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Das kleine Organ Schilddrüse

Es ist jetzt, auf den Tag genau, 1 Jahr her, seit meiner Schilddrüsen Operation. Das Bild (links) hatte ich noch einen Tag zuvor aufgenommen. Um ehrlich zu sein hatte ich ein sehr mulmiges Gefühl, was die OP anging, denn schließlich sollte mir ein Organ entnommen werden. Besser gesagt, der komplette rechte Schilddrüsenflügel musste raus. Hier ist es mir auch ganz wichtig zu erwähnen, dass es wirklich wichtig ist einen Arzt des Vertrauens zu haben und das man sich mehrere Meinungen im Vorfeld einholt, bevor man sich auf den OP Tisch legt. Das die Schilddrüse Ansich, obwohl sie doch eigentlich ein ganz kleines Organ ist, für soviel Wirbel im Körper sorgt und quasi den kompletten Hormonhaushalt regelt, war mir bis dahin gar nicht bewusst. Das Ganze machte sich eigentlich schon drei Jahre vor meiner OP bemerkbar. Ich hatte eine ständige Gewichts-, Zu- und Abnahme, starken Haarausfall und regelrechte Wutausbrüche. Ein Druckgefühl auf der Kehle, das mit einem ziehenden Schmerz vergleichbar ist. Leider speiste mein damaliger Hausarzt das Ganze mit harmlosen Zysten, die sich in meinem Hals ansammelten, ab. Im Nachhinein hätte ich mir mehr Informationen zu diesem Thema gewünscht und vielleicht eine vorbeugende Einnahme von Jod oder anderen Präparaten. Ob die OP damit hätte verhindert werden können, ist natürlich reine Spekulation und es liegt hier auch nicht in meinem Ermessen ein falsches Urteilsbild abzugeben.

9  Tage nach der OP sah ich dann so aus (Bild rechts). Nicht gerade glücklich aber sehr froh alles überstanden zu haben. Ich hatte noch Pflasterstripes an der OP Naht und der Bereich um die Wunde herum, war sichtlich geschwollen, was noch ziemlich lange anhielt. Es braucht auch viel Zeit und Geduld um erste Fortschritte des Heilungsprozesses zu bemerken, zumindest war das bei mir so. Ich hatte gehofft, das sich nach der OP sofort alles Normalisiert aber dem ist leider nicht so. Das Gegenteil war eher der Fall und meine Hormone fuhren regelrecht Achterbahn. Von Himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Glücksgefühle im Wechsel mit wirklich heftigen Wutanfällen. Ganz abgesehen davon das ich sowieso ungenießbar bin, wenn ich nichts zu essen bekomme :) und das da der Zwiebelrostbraten mit Spätzle ziemlich lange auf sich warten lässt, ist nach einer OP im Halsbereich eher verständlich. Aber es gibt ja zum Glück ganz wunderbar herrliche Suppen und Brei in jeglicher Form. Hier ist in jedem Fall Kreativität gefragt :)! Jedenfalls spielen die TSH, T4 & T3 Werte noch eine große Rolle und hier muss man sich wirklich gut einlesen und recherchieren aber auch eingiebig die Signale des eigenen Körpers wahrnehmen und hineinspüren was einem guttut. Das sollte man meiner Meinung nach sowieso immer tun. Mein TSH Wert lag ein Monat nach der OP bei einem Wert von 2,67.

Ein paar Monate später stieg er auf 2,76 an. Laut meinem Arzt sollte ich auf die 1,0 kommen, was perfekt wäre. Wieder einige Monate später senkte sich mein Wert dann auf 2,10 und ich fühlte mich deutlich wohler. Heute, ein Jahr nach der OP habe ich einen Wert von 1,87 TSH erreicht. Ich bin immer noch am Pflegen der Narbe und hoffe das sich das Ganze noch ein Stück weit besser einspielt, aber im Großen und Ganzen bin ich froh und dankbar das Alles so gut verlaufen ist. Natürlich gibt es auch Fälle, die so eine Op kurz hinter sich bringen und nie wieder darüber nachdenken. Aber ich kenne mittlerweile auch eine Menge anderer Geschichten und deshalb dachte ich, schreibe ich meine jetzt Mal ein Stück weit auf. Ich bin hier auch über jeden Austausch und Erfahrungsschatz dankbar. Als kleiner Tipp für die Wundheilung kann ich Olivenöl wärmstens empfehlen. Ich habe seither wirklich fast jede Wund- und Narbensalbe ausprobiert und habe den Eindruck das Olivenöl meiner Haut wirklich guttut. Leider bin ich bis dato immernoch unglücklich was meine Narbenbildung betrifft aber vielleicht sieht es in einem Jahr ja auch schon wieder ganz anderst aus :)! (Bild links - Mai 2020')

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