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Die täglichen Routinen

Irgendwie hat doch jeder so seine Angewohnheiten...oder vielleicht auch seine täglichen Routinen. Sei es der Kaffee am Morgen, das Zähneputzen vor oder erst nach dem Frühstück oder das gemütliche Glas Wein am Abend. Mal ist man ganz im Flow und manchmal läuft einfach alles daneben. Die täglichen Tücken jedoch bleiben meist, egal wie der Tag verläuft.

So etwas kann aber auch zur seelisch psychischen Belastung werden, die einem vielleicht gar nicht bewusst ist, und die eher im Unterstübchen abläuft. Was ist, wenn z.B. die Haut täglich im Mittelpunkt steht?

Shot by Selina Reinhart - Werbung ohne Auftrag

Wenn aus Unsicherheit, Angst, Unwohlsein Routine wird. Ich denke, hier gibt es ganz viele Aspekte, die durch die heutige Mode- und Beautybranche regelrecht angetrieben werden. Sei es das tägliche Makeup, Hyaluron & Co oder was es sonst noch gerade so Neues auf dem Markt gibt. Auf was ich hinaus möchte ist, dass ich mich dabei erwischt habe, unbewusst mich mit meinen Flecken täglich zu beschäftigen. Ob ich sie nun verstecke oder nicht. Ob ich sie mit Makeup abdecke oder ob ich ganz Ohne den Tag starte und aus dem Haus gehe, wissend angestarrt zu werden. Ob ich T-Shirt trage oder mir die langen Ärmel über den Handrücken ziehe. Kurze oder lange Hose. Offene Schuhe oder Sneakers. Ganz gleich, ob ich meine Vitiligo schön finde oder nicht, bin ich täglich damit konfrontiert wahrgenommen zu werden. Man könnte jetzt auch sagen, dass es eine ganz schöne Sache ist, sich ganz bewusst mit seinem Körper zu beschäftigen. Es kommt aber immer darauf an wie man es auslegt und wie viel man davon erträgt oder mit sich tragen möchte. Tägliche Blicke können zur Routine werden, zu einem positiven "Ich werde wahrgenommen" oder zu einem Angestarrt und Ausgegrenzt sein. Auch möchte man vielleicht nicht immer wahrgenommen werden. Hier wähle ich ganz bewusst das Wort "Wahrgenommen" aus, denn als Optimist bin ich eher darauf bedacht die Dinge in einem positiven Licht erscheinen zu lassen. Außerdem ist es doch Fakt das ungewöhnliches Blicke auf sich zieht. Ein Hautbild, das nicht der Norm entspricht, fällt nun mal an erster Stelle auf. Ohne es überhaupt zu werten. Natürlich könnte man hier jetzt auch die Diskussion entfachen was denn überhaupt die Norm ist aber diesen Deckel möchte ich jetzt gar nicht erst öffnen, denn dann würden wir zum Schluss bei irgendwelchen exotischen rosa Elefanten landen oder dabei, dass die Geschichtsbücher umgeschrieben werden müssten. 

Ist es jetzt Routine oder schon Angewohnheit meine Flecken zu verstecken? Haben wir gelernt unsere Flecken zu verdecken?

Vielleicht ist mein morgendliches auftragen von Puder vor der Arbeit schon Routine und das Ärmel runter krempeln bevor man in die Tankstelle läuft Angewohnheit...

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